Bedrohung der Begegnungsstätte LaLoka in Hellersdorf – Hausfriedensbruch durch Rechtsextreme in Einrichtung für geflüchtete Menschen und Anwohnende

Am Dienstagabend hat eine Gruppe Rechtsextremer versucht, in die Räume der Begegnungsstätte LaLoka in Berlin Hellersdorf einzudringen. Dabei fielen zahlreiche rassistische Parolen und Beleidigungen. Selbst nach mehrfacher Aufforderung, die Begegnungsstätte zu verlassen ließen diese nicht ab und versperrten den Eingangsbereich. Die rund 15 teilweise bekannten Personen aus dem rechtsextremen und gewaltbereiten Spektrum hatten versucht, die Betreiber Hellersdorf hilft e.V. und die studentische Initiative grenzen_weg in eine Diskussion zu verwickeln und sich so Zutritt zum Ladenlokal verschafft. Erst das Eintreffen der Polizei konnte eine weitere Zuspitzung der Situation verhindern. Personen, darunter auch BewohnerInnen der Flüchtlingsunterkunft in Hellersdorf wurden nicht verletzt.

Der Verein Hellersdorf hilft hat nun Anzeige wegen Hausfriedensbruch gestellt. „Es ist beschämend, dass das Engagement von Bürgerinnen und Bürgern, die sich für geflüchtete Menschen einsetzen nur unter massiven Sicherheitsvorkehrungen möglich ist“, so Stephan Jung, Pressesprecher von Hellersdorf hilft. Man werde die entsprechenden Maßnahmen einleiten, sich aber nicht von den Vorkommnissen einschüchtern lassen. Die kürzlich eröffnete Begegnungsstätte steht Menschen mit und ohne Fluchterfahrung offen, die sich gemeinsam für eine Willkommenskultur und einen interkulturellen Austausch einsetzen wollen. „Menschen, deren Meinungen derart fremdenfeindlich und voller Hass sind, bieten jedoch keine Diskussionsgrundlage und haben keinen Platz in der Einrichtung“, so Jung weiter. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.

Bereits in der Vergangenheit kam es mehrfach zu Übergriffen auf geflüchteten Menschen und deren Unterstützer_innen im Bezirk Hellersdorf. Anfang des Jahres wurden Bölleranschläge auf die Unterkunft für Geflüchtete, sowie das Büro des Vereins Hellersdorf hilft verübt, im März brannte das Auto einer Unterstützerin der Flüchtlingsunterkunft.

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