Offener Brief an die Diakonie bezüglich der Gerhart-Hauptmann-Schule Kreuzberg

English below

Der folgende Text ging an zahlreiche Emailadressen des Landes-und Bundesverbandes der Diakonie. Eine erste Antwort dem Narmi-Wilke-Stift, einer der Diakonie untergeordneten Stiftung möchten wir nicht vorenthalten.Siehe unten. Weiteres folgt.

Gestern (4.11.14) hat eine Vollversammlung der Studierenden der evangelischen Hochschule Berlin nach einer Abstimmung sich dazu entschieden den Brief mitzuunterzeichnen. „Ja, die Studierendenschaft der Ev. Hochschule Berlin unterstützt das Anliegen und würde den offenen Brief unterzeichnen!“

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir, Studierende der Sozialen Arbeit, Erziehung und Bildung im Kindesalter, Gesundheits-und Pflegemanagement und Physio-und Ergotherapie an der Alice Salomon Hochschule Berlin sind entsetzt über Ihr Vorhaben, gemeinsam mit der Bezirksregierung Kreuzberg-Friedrichshain die von Geflüchteten besetzte Gerhart-Hauptmann-Schule Kreuzberg räumen zu lassen, um Ihren Plan von einem „Internationalen Flüchtlingszentrum“ umsetzen zu können.

Mit diesem Vorhaben beteiligen Sie sich nicht nur beim Wortbruch der Bezirksregierung, die Schule weiterhin bewohnen zu lassen und einen selbstverwalteten Raum für Geflüchtete aufzubauen, sondern nehmen sich auch aktiv daran teil, Menschen in die Obdachlosigkeit zu schicken.

Gerade dass Sie als einer der größten Arbeitgeber für Soziale Arbeit mit 450.000 Beschäftigten in Deutschland sich in so eine Mittäterschaft begeben, macht uns fassungslos. Ihr Engagement für Menschenrechte, Existenzsicherung und zur Bekämpfung von Ausgrenzung und Armut erscheint in diesem Licht zynisch und wenig glaubhaft.

In unserer Auffassung von Sozialer Arbeit gibt es kein entweder oder. Der Einsatz für eine Gruppe darf nicht auf Kosten von Anderen geschehen. Die Würde der Menschen muss auch unabhängig vom Aufenthaltsstatus geachtet werden. Und Ihr Engagement sollte nicht bei der Trägerschaft eines „Internationalen Flüchtlingszentrums“ anfangen, sondern sollte sich auf die strukturelle Gleichstellung von Geflüchteten konzentrieren.

Wir fordern Sie hiermit auf, sich nicht am rassistischen und menschenverachtenden Umgang des Senates mit Geflüchteten zu beteiligen. Beginnen Sie endlich Gespräche mit den Menschen in der Schule, lassen Sie die Menschen selbst aktiv die Schule gestalten und üben Sie Druck auf Bezirk und Senat aus, um ihnen sichere Aufenthaltstitel und Arbeitserlaubnisse zu verschaffen und um ein menschenwürdiges und gleichberechtigtes Leben für alle Menschen zu ermöglichen.

Mit verbindlichen Grüßen,

Grenzen_weg Berlin

PDF: offener Brief an die Diakonie

Zusätzlich unterstützen wir auch weiterhin den offenen Brief der Gruppe Zwangsräumungverhindern und freuen uns über jede Unterschrift: http://zwangsraeumungverhindern.blogsport.de/2014/10/29/geplante-raeumung-der-gerhart-hauptmann-schule-in-kreuzberg-wir-stellen-uns-quer/

Antworten:
4. Nov. 14, 8:03: Es gibt genug andere „Baustellen“ im Land!


The english version is only simply translated and still needs a review, we apologize for that.

The following text was send to several emailadresses of the regional and federal offices of the Diakonie. There is a very short first answer of a foundation which is closed to the Diakonie at the bottom. More is following.

Yesterday (11/4/14) a plenary session of the students of the evangelic University Berlin agreed to out letter to the Diakonie and decided to sign it too. „Yes, the students of the evangelic University Berlin support the reason of the letter and will sign the open letter too!“

Dear Ladies and Gentleman,

we, students of Social Work, Education in Childhood, Health- and Caremanagement and Physio- and Occupationaltherapy at the Alice-Salomon University of Applied Sciences Berlin are shocked and upset about your intention to evict the occupied Gerhart-Hauptmann-School in Kreuzberg in order to implement your plan of an „International Refugee Center“, in cooperation with the district of Friedrichshain-Kreuzberg.

With this aim you’re not only taking part in breaking the promise of the district government of letting the refugees live in the school and build a self governed and self organized space for refugees, but also are you sendig these people into homelessness.

Especially the fact that you, as one of the biggest employers for Social Work with 450.000 employees in Germany, are part of this, is shocks us and leaves us speechless. Your engagement for human rights, securing peoples‘ livelihood and your fight against exclusion and poverty in this case seem cynical and not credible.

In our concept of Social Work there is no either-or. The support of a group can not be at the expense of others. The dignity of humans has to be upheld, irrespective of their residence permit status (Aufenthaltsstatus). Your commitment should not start with the responsibility for an „International Refugee Centre“, rather it should focus on the structural implementation of equal rights for refugees.

Herewith we call on you not to take part in the racist and inhuman manner the Berlin Senat treats refugees. Start talking with the people of the school, let the people themselves create the school actively. Exert pressure on the district and the senate in order to provide safe legal status and the right to work to refugees, enabling a decent and equal life to all humans.

Sincerely yours.

Grenzen_weg Berlin

P.S.: Attached you find this letter as a pdf-document, also will it be published on our blog.

PDF: 1. Letter to the Diakonie

Answers we got:
4. Nov. 14, 8:03: There are enough „construction sights“ in Germany!

We also support the open letter of the group Zwangsräumungverhindern“ and would be happy if you sign it too

http://zwangsraeumungverhindern.blogsport.de/2014/10/29/geplante-raeumung-der-gerhart-hauptmann-schule-in-kreuzberg-wir-stellen-uns-quer/


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2 Gedanken zu “Offener Brief an die Diakonie bezüglich der Gerhart-Hauptmann-Schule Kreuzberg

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