Berlin-Marzahn: Nazis gehen doch weiter auf die Straße

Seit nunmehr 4 Monaten mobilisieren Rassist_innen in Marzahn auf ihrer Facebook-Seite zu ihren sogenannten „Montagsdemonstration“ gegen ein geplantes Containerlager im Bezirk.

Ende letzter Woche wurde dann mit dem Hinweis auf einen Strategiewechsel überraschend zur „vorerst letzten“ Montagsdemonstration am 2.2. aufgerufen. Verschiedene Medien und politische Akteur_innen  fassten dies als Kapitulation der rassistischen Demonstrierenden auf und als Sieg der antifaschistischen Gegendemonstration.

Kurze Zeit später entstand die neue Plattform www(.)bb-mahe(.)com der Bürgerbewegung Marzahn-Hellersdorf, die sich nun mehr auch öffentlich zusammen geschlossen haben. Der angekündigte Strategiewechsel stellte sich also nur als Plattformwechsel von der Facebook-Seite zur neuen Homepage dar, von der aus jetzt scheinbar die gesamte öffentliche Kommunikation und Organisation stattfinden wird.

Die öffentliche rassistische Hetze der Bürgerbewegung erreicht damit einen neuen Grad der Radikalität, welche sich in der Bekanntmachung von Adressen einiger Berliner Geflüchtetenunterkünfte und rassistischen Videos widerspiegelt. Sie entlarven sich damit endgültig als Rassist_innen und organisierte Neo-Nazis. Die dort zu sehenden Videos, die provozierend beispielsweise vor dem Holocaust-Mahnmal gedreht wurden, leugnen den Holocaust, sind klar antisemitisch und rufen zu rassistischen Gewalttaten auf. Diese Hetze verstärkt die schon vorhandene rassistische Stimmung, die sich einerseits in dem aggressiven Auftreten auf den Demonstrationen selbst, aber auch in der steigenden Zahl von rassistischen Übergriffen im Bezirk zeigt. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Bürgerbewegung Marzahn-Hellersdorf entgegen ihrer Ankündigung auch für den kommenden Montag zu ihrem rassistischen Protest aufruft.

Während im Netz noch die Artikel über das vermeintliche Ende der Montagsdemonstrationen kursieren wurde die neuerliche Ankündigung der Bürgerbewegung von den Medien bis jetzt kaum aufgegriffen. Es zeigt sich erneut, dass sich das Thema Rassismus in der Gesellschaft mitnichten erledigt hat und immer wieder neue gefährliche und menschenverachtende Ausdrucksformen findet. Dabei sind die regelmäßigen Montagsproteste – von Pegida bis zu den vermeintlichen „Bürgerprotesten“ in verschiedenen Berliner Bezirken – „nur“ die momentan sichtbarsten Auswüchse rassistischer Diskurse und Praxen, die über Jahre hinweg von Politik und Teilen der Medien (re)produziert und bestärkt wurden.

Es bleibt deshalb auch weiterhin wichtig rassistischen Einstellungen entschieden entgegenzutreten, sich mit Geflüchteten zu solidarisieren und lokale antifaschistische Projekte zu unterstützen.


http://akmh.blogsport.eu/2015/02/strategiewechsel-bleibt-aus-nazis-machen-weiter-wie-bisher/


Unsere Veröffentlichungen seit die Montagsdemos begannen:

berlin mahe

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