Wohnungsberatung

Am Anfang des Projekts wurde ein Kaffeeklatsch in der Unterkunft veranstaltet, um Kontakte zu knüpfen und die Gelegenheit zu schaffen über das Angebot zu Informieren. Die Wohnungsberatung fand zuerst einmal pro Woche in der Unterkunft statt. Am Anfang wurde das Angebot von bis zu zwei Familien pro Woche genutzt. Im Herbst 2014 wurde die Wohnungsberatung in das Laloka verlegt, erst im zweiwöchiger Rhythmus, bald aber komplett, u.a. weil es dort unbegrenzten Zugang zum Internet gibt und, um Menschen ins Laloka zu bringen. Dadurch, dass das von Refugees Emancipation verwaltete Internetcafé im Laloka viel benutzt wird hat sich die Existenz des Laloka und dadurch auch der Wohnungsberatung unter den Bewohner_innen rumgesprochen und mittlerweile wird das Angebot zunehmend von vielen verschiedenen Bewohner_innen genutzt.

Die Wohnungsberatung ist mit dem Ziel gestartet, Menschen zu ermöglichen, ihre Rechte wahrzunehmen, aus der Unterkunft zu ziehen. Gegen Isolierung und für eine dezentrale Unterbringung von Geflüchteten.

Um das Ziel besser verfolgen zu können haben die teilnehmenden Student_innen sich zum Thema fortgebildet. Im Frühling 2014 organisierten wir ein ganztägiges Seminar mit Georg Classen vom Flüchtlingsrat Berlin, der viel zur Wohnungssuche und Situation von Geflüchteten in Berlin erzählte. Es fanden auch Treffen mit der Organisation Multitude statt, um Wissen auszutauschen und ein Treffen mit der EJF-Beratungsstelle „Wohnungen für Flüchtlinge – Beratung und Vermittlung“ um Kooperationen zu fördern und Informationen auszutauschen.

In der konkreten Beratung haben wir erstmal darüber informiert, welche Papiere für die Wohnungssuche vorhanden sein müssen und wie diese Unterlagen zu beschaffen sind. Wenn die notwendigen Unterlagen beschaffen wurden konnten wir, je nach Zeit, auch mit den Leuten nach Wohnungen im Internet suchen (wenn sie aufgrund von Sprachschwierigkeiten nicht selber suchen konnten), Anrufe machen und Termine für Besichtigungen vereinbaren.

Das Ziel des Projektes ist es, Diskriminierung durch zwangsmäßiger Unterbringung in Sammelunterkünften entgegenzuwirken und zwar durch Ermöglichung, selber aus den restriktiven Strukturen auszubrechen. Es hat sich als schwierig erwiesen, da auf dem ohnehin extremen Berliner Wohnungsmarkt auch rassistische Diskriminierung Normalität ist und viele sich weigern, an Geflüchtete zu vermieten. Begrenzter Aufenthaltsstatus sowie fehlende Deutschkenntnisse werden als Ablehnungsgründe genannt. Immerhin hat die Beratungsarbeit bis zum Ende des Jahres dazu beigetragen, dass drei Menschen mit ihren Familien aus der Unterkunft in Wohnungen ziehen konnten. Eventuell sind auch mehrere Menschen ausgezogen, ohne dass wir es mitbekommen haben.

Zudem fehlt es uns immer noch an genügend Dolmetscher_innen.

Kontaktiert uns, wenn ihr Interesse habt bzw. mehr Informationen erhalten möchtet.

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